Grüß Gott

Meine Name ist Petra Kannchen,ich bin evangelisch und wohne in Hessen.
In diesem Blog geht es um das Thema Glauben und Kirche.
Aber nicht als staubtrockene Belehrungen sondern ganz praktisch und manchmal auch mit einem Augenzwinkern.


Dienstag, 11. Oktober 2016

Frauenfrühstück

                                      

Einmal im Monat gehe ich zum Frauenfrühstück,veranstaltet vom Bildungsforum St. Michael.
Es treffen sich Frauen aus meiner Stadt und Umgebung zum Frühstück .Dannach gibt es einen Vortrag und Zeit für ein anschließendes Gespräch.Unser Jahresthema ist Barmherzigkeit,da Papst Franziskus dieses Jahr als  das heilige  Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat.
Heute ging es um die Barmherzigkeit in den Regeln des hl. Benedict von Nursia.Er gilt bis heute als ein Botschafter des Friedens und der Einheit.Hier kann man alles über ihn nachlesen.
Informationen über die Regeln des hl. Benedict findet man Hier
Uns wurden heute die 3 Regeln vorgestellt in denen es um Barmherzigkeit geht.Die Grundaussage aller ist,das wir an Gottes Barmherzigkeit nicht verzweifeln sollen.Es soll Mut machen,nicht auf zugeben,egal was im Leben auch passiert.Gott ist immer für uns da.Ebenfalls sehr wichtig war dem hl. Benedict,das wir nicht ständig murren,sondern alles so hin nehmen wie Gott es für uns vorgesehen hat.
Für mich persönlich war das Kapitel 64,in dem es um die Barmherzigkeit des Abtes ging besonders
interessant.Es wird beschrieben,das ein Abt mehr helfen als richten soll.Er soll Barmherzigkeit vor Recht ergehen lassen,damit er selber es auch mal erfährt.
Wir haben festgestellt,das diese Regeln und besonders die Nr. 64 auch heute noch hochaktuell sind.Der hl. Benedicct war seiner Zeit weit voraus und somit nicht bei allen beliebt.
In heutigen Führungseminaren wird diese Regel an Manager,Direktoren und Leuten in führenden Positionen vermittelt.Auch für Lehrer,Ärzte,Eltern,Großeltern und Menschen die mit Menschen zu tun haben kann diese Regel sehr wertvoll sein.
Recht und Gesetz sind oft unbarmherzig und werden auch so angewendet.Barmherzigkeit ist Herzenssache ,auf lateinisch Misericordia,es ist die Lehnübersetzung.Das Adjektiv barmherzig,die Lehnübersetzung von misericors,also miser = arm,elend und cor bzw. cordis = Herz.Also jemand der barmherzig ist kümmert sich um Menschen in Not und nimmt sich ihrer an,ohne auf eine Gegenleistung oder Anerkennung zu hoffen.Gerechtigkeit dagegen ist Kopfsache.In den Regeln des hl. Benedict geht es nun darum,beides miteinander zu vereinen.Er gibt den Menschen bzw den Mönchen und Nonnen keine absoluten Verbote,sondern schaut auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen im immer im Ausblick darauf,das auch ich betroffen sein kann.Verstöße werden mit Strafen geahndet,die aber immer liebevoll und milde sind.Benedict bezieht sich bei seinen Regeln immer auf die Bibel,er sieht Gott als Vater an,genau wie Jesus Gott auch immer mit Abba = Vater ansprach.Daher das Wort Abt,es leitet sich von Abba = Vater ab.Daher sollen wir versuchen zu unseren Mitmenschen wie ein liebevoller Vater bzw. liebevolle Mutter sein und immer schauen was braucht mein Bruder,meine Schwester.Nicht immer leicht um zu setzen,aber versuchen kann man es,wir dürfen auch mit uns barmherzig sein.Und zum Glück haben wir einen barmherzigen Vater im Himmel,der uns zur Seite steht.

Fazit dieses Vormittages für mich:

Gott hat mal wieder ganz klar zu mir gesprochen.Ich neige nämlich dazu,leider muß ich sagen,das ich oft sehr unbarmherzig mit meinen Mitmenschen umgehe.Ich als Äbtissin in einem Kloster,oh je die armen Mitschwestern.Wahrscheinlich wäre ich auch schon abgesetzt worden und irgendwo strafversetzt worden.Ich bin so mehr der Typ Herrscher,der auf seinem Thron sitzt und alle herum kommandiert.Ich stelle klare Regeln und Verbote auf.Das muß so gemacht werden,keine Diskussion und basta.Das ist nicht schön,gar nicht schön und christlich erst recht nicht.Auch die Ermahnung nicht ständig zu murren,war sehr passend für mich.Eiskalt erwischt,kann ich nur sagen.
Nun wurde mir wieder der Kopf zurecht gerückt.Ich möchte diese schlechte Eigenschaft ablegen und mehr wie eine Mutter zu meinen Mitmenschen sein.Dazu werde ich mich jetzt mehr mit den Regeln des hl. Benedikt beschäftigen.
Benedikt heißt ja der Gesegnete und er hat diesen Segen weiter gegeben.
Ich bin auch von Gott gesegnet,das möchte ich mir immer vor Augen führen und ebenfalls zum Segen für meine Mitmenschen werden,mit Gottes Hilfe.

Kommentare:

  1. Liebe Petra, Du sollst auch mit dir selbst barmherzig sein. Wir alle sollten an unseren Schwächen arbeiten um sie zu Stärken umzuwandeln. In diesem Sinne packen wir es an. VIEL SPASS DABEI.Das sollen wir auch noch mit Freude machen.:)

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